Du willst es nicht zum hundertsten Mal erzählen, aber da war wieder dieser Moment: Du sagst „Bleib“. Er schaut dich an. Und zack, beim kleinsten Außenreiz ist dein Gos d’Atura Català weg. Im Sprint, voller Fokus, und du stehst wie bestellt und nicht abgeholt.
Sekunden später hallt dein energisches „Zu mir!“ ins Leere. Was zurückkommt, ist weder Hund noch Verständnis. Wenn du dich da wiedererkennst: Willkommen im Club.
Typisch Hund – oder typisch Rasse?
Natürlich hat jeder Hund seinen eigenen Charakter. Aber bestimmte Verhaltensmuster sind nicht willkürlich, sie sind tief im Wesen einer Rasse verankert. Der Impuls, sofort loszurennen, ist bei vielen Hunden da. Doch beim Gos ist es oft nicht nur ein Impuls, es ist ein kalkulierter Start. Schnell, wachsam, hellwach. Und manchmal schneller als dein Kommando.
Wenn du jetzt denkst: „Das muss an meiner Erziehung liegen“. Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht.
Der Gos – schlau, schnell, strategisch
Viele Hütehunde gelten als clever, aber der Gos d’Atura hebt das auf ein anderes Level. Wenn du ihm etwas Neues beibringst, macht er meist begeistert mit. Beim ersten Mal läuft alles perfekt: Sitz, Platz, Trick, High Five... sogar das nervige Abtrocknen nach dem Spaziergang. Warum? Weil er zeigen möchte, wie schlau er ist. Und vielleicht, weil ein Leckerli winkt.
Doch dann kommt der zweite Moment. Und der ist entscheidend. Denn jetzt wird überlegt: Ist das dauerhaft sinnvoll? Gilt das wirklich immer? Ein Befehl ist für den Gos kein Naturgesetz, sondern eine Art Vorschlag. Und der wird, je nach Laune, Situation und Einschätzung deines Führungsstils, auch mal ignoriert.
Besonders bei Regeln, die aus Hundesicht keinen erkennbaren Nutzen bringen, steht die Entscheidung auf wackeligen Pfoten. Wer hier keine klare, faire Linie zeigt, wird getestet. Nicht aus Trotz, sondern weil der Gos genau so tickt: reflektiert, autonom und immer mit einem halben Auge auf deine innere Haltung.
Wenn der eigene Hund plötzlich Sinn ergibt
Viele Verhaltensweisen, die du vielleicht als „stur“, „bockig“ oder „ungehorsam“ wahrnimmst, sind in Wahrheit rassetypisch. Der Gos ist kein Hund, der blind gehorcht und das ist kein Bug, sondern ein Feature. Er wurde gezüchtet, um eigenständig Entscheidungen zu treffen, Weitsicht zu zeigen und nicht bei jedem Windhauch nachzufragen, was zu tun ist.
Wer das versteht, versteht auch, warum Konsequenz beim Gos keine Strafe, sondern Orientierung ist. Und warum dein Kommando nur dann zählt, wenn du es auch selbst ernst nimmst.
Du willst mehr wissen?
Wenn du dich fragst, was deinen Gos ausmacht und was du dir bei seinen Eigenheiten vielleicht bisher nicht erklären konntest, dann wirf einen Blick ins ausführliche Rasseportrait auf dem Blog. Dort findest du nicht nur Fakten, sondern vor allem eins: Antworten.
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